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Rescuezilla: Clonezilla auf Steroiden

Clonezilla ist einer der vielen Open-Source-Industrie-Standards. Sehr benutzerfreundlich ist es leider nicht. Bühne frei für Rescuezilla: Eine Disaster-Distribution auf Steroiden.

Clonezilla mag ein Industriestandard für Profis sein, ist aber auch berüchtigt für sein altbackenes Aussehen und die komplizierte Bedienung. Zum Glück gibt es mit Rescuezilla seit einiger Zeit eine schicke Alternative, die nicht augenkrebsverdächtig ist und sich kinderleicht bedienen lässt. Wir wagen einen näheren Blick.

Rescuezilla ist ein Fork von Redo Backup and Recovery (jetzt Redo Rescue), der entstand, als das Originalprojekt einen siebenjährigen Dornröschenschlaf abhielt. Es ist vollständig kompatibel mit Clonezilla, dabei aber deutlich hübscher und aufgeräumter. Wie Clonezilla dient auch Rescuezilla vor allem der Erstellung und Wiederherstellung von Festplatten- und Partitionsabbildern (auch direkt von Festplatte zu Festplatte), geht aber über dessen Umfang hinaus und versteht sich als universelle Disaster-Recovery-Distribution á la System Rescue CD, die viele weitere nützliche Werkzeuge mitbringt, wie beispielsweise das mächtige Tool Photorec zum Wiederherstellen gelöschter Dateien.
Für den Gebrauch muss zunächst das Image heruntergeladen und auf einen USB-Stick gebannt werden. Wir empfehlen zu diesem Zwecke das Open-Source-Tool Ventoy. Anschließend muss der Rechner neu gestartet und das Image von Rescuezilla gebootet werden.

Wer nicht weiß, welche Taste für die Boot-Auswahl zu drücken ist, kann beim Systemstart auch einfach ↗️ Escape drücken. Das funktioniert immer und ruft das BIOS auf, wo der USB-Stick als Boot-Gerät gewählt werden kann.

 

Einmal gestartet gestaltet sich Rescuezilla äußerst simpel und intuitiv, sämtliche Schritte zum Anlegen oder Einspielen eines Backups bzw. Abbilds sind selbsterklärend.

Im Gegensatz zu Clonezilla versteht sich Rescuezilla nicht nur mit Partclone, sondern auch mit Qemu. Dadurch werden Abbilder Virtueller Maschinen in zahlreichen Formaten unterstützt: VirtualBox (VDI), VMWare (VMDK), Hyper-V (VHDx), Qemu (QCOW2) und Raw (.dd, .img). Neu in Beta-Form dabei ist ein Image Explorer. Damit lassen sich Abbilder durchsuchen und einzelne Dateien gezielt aus dem Image extrahieren.

Fazit und Verfügbarkeit

Rescuezilla vereint die Power von Clonezilla bzw. Partclone und Qemu mit einer ansprechenden Oberfläche, die auch für Einsteiger geeignet ist. Die Open-Source-System-Rescue-Distribution ist kostenlos verfügbar, freut sich aber über Spenden.

 

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